Friz, Johannes (von)

* Ebingen/OA Balingen 9.11.1801

† Stuttgart 25.6.1864, bestattet ebd., Fangelsbachfriedhof

ev.

S. d. Strumpfwebers Gottlieb F. in Stuttgart u. d. Elisabethe Maurus.

∞ 1839 Nanette Mathilde von Misani, * Schwäbisch Gmünd 1.6.1804, † Stuttgart 15.10.1871, T. d. Georg von Misani, Kgl. Württ. Generalmajor, u. d. Johanne Christine Megerlen[1], * 28.11.1780, † Stuttgart 26.4.1818.



[1] Bestattet auf dem Hoppenlau-Friedhof. Pfeiffer, Hoppenlau-Friedhof, 22, 46 – Klöpping, Historische Friedhöfe, 283.

F. war württ. Beamter der Innenverwaltung, ein Mann, der wiederholt eng mit Oberschwaben in Berührung kam und zu höchsten Ehren aufstieg.

Nach Schreibereiausbildung und -tätigkeit (u. a. Stadtschreiber und Steuerkommissär in Wangen/ Allgäu sowie Verwendung beim Katasterbüro Stuttgart) Studium der Staatswissenschaften in Tübingen. 1828 Referendär in der Kanzlei des Innenministeriums, 1829 provis., 1831/32 definitiv Oberamtmann in Waldsee, 1832-1840 dsgl. in Freudenstadt, 1840-1847 dsgl. in Biberach/Riß, 1847-1852 dsgl. (mit Titel Regierungsrat) in Ulm/Donau. In seiner Ulmer Zeit zählte F. zu den Gründern der Ulmer Oberamtssparkasse. 1852 ao. Mitglied (Titel und Rang Oberregierungsrat) des Geheimen Rats, 27.12.1854 Wirklicher Staatsrat und o. Mitglied des Geheimen Rats in Stuttgart.

1844 war F. Landtagskandidat im WK Balingen. Bei der Wahl im Mai 1848 berichtete ein Korrespondent aus Biberach[1], F. sei am Biberacher Mandat interessiert, ein Mann, seit einer Reihe von 15 Jahren in den Annalen des Beobachters  „rühmlichst“ aufgezeichnet, ein Mann, welcher 6 Jahre hindurch auch unsern Bezirk mit seiner liebenswürdigen Persönlichkeit beglückte. Er ist es, dem durch die hiesigen Sympathien einiger weniger  Anhänger, die sich neben der Frau liebsten an den ergiebigen Strahlen seiner befruchtenden Sonne huldvollst wärmen zu dürfen allergnädigst erkoren waren, so wie durch den tief eingewurzelten Respekt einiger gnädigst berücksichtigten Schultheißen nunmehr eine goldene Brücke von der Frauenstraße in Ulm aus in den Ständesaal in Stuttgart gebaut werden solle. Nur Schade, dass Herr Staatsrath v. Schlayer in diesem Falle nicht mehr am Staatsruder befinden, wie viel würde da nur Papier und Briefporto erspart, wenn dessen täglicher geheimer Korrespondent, der seine Beiberichte so gewissenhaft zu verwahren wußte, auf einmal so unverhofft in seine Nähe gespielt werden würde!. F. entgegnete[2], er habe sich weder direkt, noch indirekt beworben, und dass mir auch von keiner Seite her die Stelle angetragen worden ist. Auf den andern Theil des Artikels, der mit niedrigen Verdächtigungen gegen mich und Andere angefüllt ist, zu antworten, halte ich unter meiner Würde. Bei der Landtagswahl im April 1851 entfielen im WK Biberach zwei Stimmen auf F.  – 1855 Ehrenbürger von Ulm; 1856 Kommenturkreuz des Württ. Kronordens; 1862 Kommenturkreuz I. Kl. des Friedrichsordens.

 



[1] Beobachter Nr 78, 22.5.1848, 311.

[2] Beobachter Nr 81, 25.5.1853, 323.

L            

Rudolf, KB, 634 – Georgii-Georgenau, 1182 – Hartmann, Regierung und Stände, 20 – Amtsvorsteher, 262 (Karin Peters) – Ziegler, Fangelsbachfriedhof, 172.

 

Zurück