Berg, Marquard von (auch: vom), Dr. iur.

* Öpfingen bei Ehingen/Donau 1528

† Dillingen/Donau 28.1.1591, bestattet ebd. in der Schlosskirche St. Johannes Evangelista

kath.

S. d. Eitel Sigismund von B. u. d. Katharina vom Stain, verw. von Westernach.

 

Der aus dem nördlichen Oberschwaben stammende B. war Bischof von Augsburg in der zweiten Hälfte des Reformationsjahrhunderts.

B., der in bereits jungen Jahren unter Vermittlung eines Onkels ein Augsburger Domkanonikat erhalten hatte, studierte in Ingolstadt, Padua und Pavia sowie zuletzt in Bologna, wo er 1554 den juristischen Doktorgrad erwar. Zwischenzeitlich auch mit Kanonikaten in Mainz und Bamberg sowie mit der Pfarrei Langweid ausgestattet, verfügte B. über beachtliche Pfründen, obwohl er noch keine höheren Weihen empfangen hatte.

Nach Beendigung seiner Studien ging B. zunächst nach Bamberg, wo er zum Dignitär aufstieg und 1556 das Domzellar-, Almosen- und Kegelamt Lohndorf erhielt. Drei Jahre später erfolgte seine Berufung zum Bamberger Dompropst und wenig später zum Bamberger Domdekan (bis 1574). In das Jahr 1559 fiel auch B.s Berufung zum Augsburger Dompropst. In der Folge geriet B. auf Grund personalpolitischer Fragen in Gegensatz zu Bischof Otto von →Waldburg. Am 8.12.1575 erhielt der von seinen Gegnern wiederholt wegen seiner Kontakte zu Vertretern der Reformation und des Calvinismus der „Häresie“ geziehene B. in Augsburg die Priesterweihe. Nach dem Tod des nur kurz amtierenden Bischofs Johann Eglof von Knöringen wurde B. am 26.7.1576 vom Domkapitel zum Bischof von Augsburg gewählt. B.s Episkopat war geprägt vom Gegensatz zu den Jesuiten, ohne deren Unterstützung seine Reformansätze freilich kaum Wirkung zeigten. Die Gründung des St.-Salvator-Kollegs der Jesuiten in Augsburg vermochte B. nicht zu verhindern. Auch mit zahlreichen Klöstern des Bistums gab es Konflikte.

Der seit vielen Jahren mit gesundheitlichen Problemen behaftete B. starb im 63. Lebensjahr.

 

L            

Ih 1, 64 – Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben 7 (1959), 173-182 (Otto Bucher) – Friedrich Zoepfl, Das Bistum Augsburg und seine Bischöfe im Reformationsjahrhundert, München 1969, 561-695 – NDB XVI, 237 f.  – Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1448-1648, 1996, 39 f. – BBKL 5 (1993), Sp. 872-876 (Wolfgang Wüst) – Augsburger Stadlexikon, 286 f. – Wikipedia.

 

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