Fran[c]k, Johann Daniel Marianus, Lic. iur.

* Klingenberg am Main 26.8.1723

† Hechingen Feb. 1800

kath.

S. d. Johann Martin F., * 1697, † 1765, Kurmainzischer Hofkammerrat, Amtskeller und Zollverwalter in Klingenberg, u. d. Johanna Felicitas Bach.

∞ 1759 Maria Josepha von Staader, Edle von Adelsheim, † Hechingen 1767, T. d. Johann Baptist von S., † 1763, Fürstlich Hohenzollern-Sigmaringenscher Hofkanzler.

Mehrere G, darunter Joseph Freiherr Staader von Adelsheim[1], * Königseggwald 1738, † Wien 12.11.1808, K. K. Feldzeugmeister.

Mehrere K, darunter Franz Anton Freiherr Frank von Fürstenwerth[2], * Hechingen 1761, † ebd. 14.11.1840, 1783/84 Praktikant beim Reichskammergericht in Wetzlar, 1784 Gräflich Dachstuhl´scher Rat, 1786 Fürstlich Hohenzollern-Hechingen´scher Hofrat, ab 1800 Kanzler bzw. ab 1806 Regierungspräsident, 20.8.1806 Erhebung in den Hohenzollern-Hechingenschen Adels- u. Freiherrenstand; Walburga F., ∞ Joseph Albert von Ittner[3], * Bingen 1754, † Konstanz 19.3.1825, Direktor des Seekreises in Konstanz, Staatsrat.



[1] Ih 2, 845.

[2] Ih 1, 237.

[3] Ih 1, 419.

Der aus einer kurmainzischen Beamtenfamilie stammende F. war zuletzt der einflussreichste Beamte in beiden höhenzollerischen Fürstentümern.

Ende 1739 als stud. phil. et iur. an der Universität Fulda immatrikuliert, 1742 stud. iur. in Heidelberg, 1744 stud. iur. in Würzburg und 1745 stud. iur. in Marburg/Lahn, begann F. ca. 1747 ein Praktikum beim Reichskammergericht in Wetzlar und setzte es ein jahr später beim Reichshofrat in Wien fort. Schon 1749 zum Fürstlich Löwenstein-Wertheimischen Hofrat ernannt, folgte 1750 oder 1751 die Ernennung zum Hohenzollern-Hechingenschen Hofrat.

F.s Verehelichung 1759 führte zu weiterem beruflichen und gesellschaftlichen Aufstieg, u. a. war F. Schwager des Hohenzollern-Sigmaringenschen Geh. Rates und Kanzleidirektors Judas Thaddäus von Mayersburg[1] (1741-1820) und des österr. Oberamtsrats in Rottenburg/Neckar Christoph Joseph Metz Edler von und zu Thalheim. Nachdem F. 1766 in Tübingen in Jura promoviert hatte („Observationes iuris Cameralis“), erhielt er noch im gleichen Jahr die begehrte Position des Vertreters „(präsentatus“) des kath. Schwäbischen Kreises beim Reichskammergericht in Wetzlar. Fürst Josef Wilhelm von Hohenzollern-Hechingen (1717-1798) verlieh F., um dessen Prestige in Wetzlar zu heben, 1766 den Titel eines Geh. Rates, 1772 berief er ihn auch zum gesandten des Fürstentums beim Schwäbischen Kreis. Als F. 1774 zum Assessor am Reichskammergericht ernannt werden sollte, berief ihn der Fürst zu seinem Kanzler; fast zeitgleich wurde er von Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen (1724-1785) zum ersten Geh. Rat und Gesandten beim Schwäbischen Kreis sowie 1780 auch zum Kanzler ernannt. F. war damit die politisch-administrative Schlüsselfigur der hohenzollerischen Fürstentümer in der Zeit vor und während der französischen Revolution, obwohl zu berücksichtigen bleibt, dass in Sigmaringen tatsächlich sein jüngerer Schwager Judas Thaddäus von Mayersburg die Fäden in der Hand hielt, mit dem F. eng kooperierte.

Der hervorragende Jurist F. erwarb sich besondere Verdienste um die per Vergleichen von 1795 und 1798 erfolgte Beilegung z. T. schon seit dem 16. Jahrhundert schwelender Untertanenkonflikte im Fürstentum Hohenzollern-Hechingen. Als er starb, hatte er seinen Sohn bereits in der Verwaltung des Fürstentums fest installiert. Folgerichtig übernahm dieser nach dem Tod des Vaters das Amt des Kanzlers in Hechingen.



[1] Ih 2, 588.

L            

Ih 1, 236 – Kallenberg, Hohenzollern, 79,111, 454 – Jahns, Reichskammergericht II,2, 1066-1073 (Nr. 96), mit ausführlichen Quellen- und Literaturhinweisen.

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