Ege, Otmar (von)

* Eisenharz/OA Wangen 24.2.1847

† Rottenburg/Neckar 14.9.1913

kath.

S. d. Anton Ege[1], * Unterstadion 1815, † Ravensburg 1901, Volksschullehrer in Eisenharz, Beuren und Enkenhofen.

 



[1] Rudolf, KB, 623.

E. war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Diözese Rottenburg im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Das besondere Talent des jungen E. wurde von Pfarrer Schobinger in Eisenharz erkannt. Dieser ermöglichte E. ab dem Herbst 1859 den Besuch der Stella Matutina in Feldkirch. Von 1861-1863 bereitete sich E. am Gymnasium in Ehingen/Donau vor, aus dem er als Bester hervorging. Anschließend war er Zögling des Ehinger Konvikts.

E. studierte in Tübingen Theologie, Philosophie und Philologie und erhielt 1871 den Preis der kath.-theol. Fakultät. Dem Studium folgte die Ausbildung zum Priester. Nachdem E. am 2.8.1872 in Rottenburg/Neckar zum Priester geweiht worden war, ging er als Vikar nach Oberteuringen. Im April 1874 zum Präfekt des Martinihauses in Rottenburg/Neckar ernannt, wechselte E. im Nov. 1874 als Repetent an das Wilhelmsstift in Tübingen. 1877/78 hielt er an der Universität Vorlesungen über die Geschichte der griechischen Philosophie und veröffentlichte seine Gedanken dazu unter dem Titel „Das Studium der Philosophie und ihrer Geschichte“ in der Theologischen Quartalsschrift (1878). Nach Rückkehr von einer wissenschaftlichen Studienreise, die ihn u. a. nach Innsbruck, Wien, Prag, Budapest, Venedig, Florenz, Rom und Neapel geführt hatte, übernahm er im Jan. 1880 das Amt des Pfarrverwesers in Mochenwangen, am 20.5.1880 wurde er zum Stadtpfarrer in Friedrichshafen ernannt, wo er besonders durch seinen Einsatz für die Innenrestauration der Stadtpfarrkirche in erinnerung blieb. Im April 1885 kehrte er als Stadt- und Garnisonspfarrer nach Tübingen zurück, wo er zugleich als Direktor die Leitung des Wilhelmsstifts übernahm. Am 16.4.1893 erfolgte seine Ernennung zum Domkapitular in Rottenburg/Neckar, zugleich war er Dompfarrer an der St. Martinskirche und Vorstand des Kuratoriums des Martinihauses ebd. Am 27.1.1899 stieg er zum Generalvikar und am 1.5.1899 zum Domdekan auf. Der still-bescheidene Geistliche, ein Mann von unerhörter Arbeitskraft und größter Hingabe an seine Aufgaben, erfreute sich allgemeiner Beliebtheit. – Ehrenkreuz des Württ. Kronordens; Silberne Jubiläumsmedaille.

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Ih 1, 178 – Rudolf, KB, 623 – Personalkatalog 41909, 110 – Staatsanz. Nr. 215/1913 – Dt. Volksblatt Nrn. 214 und 216/1913 – Schwäb. Merkur Nr. 429/1913 – Württ. Jahrbücher 1913, V – WN 1913, 128-132 (Franz Xaver Reck) – Personalkatalog Rottenburg 1938, 18.

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