Springer, Erich

* Hohenheim, Gde. Plieningen/AOA Stuttgart 8.9.1903

† Stuttgart 10.1.1997, bestattet auf dem Waldfriedhof Stuttgart-Degerloch

ev.

S. d. Dr. Eduard →Springer u. d. Julie Schnabel.

∞. Mehrere K.

S., der während des „Dritten Reiches“ Landrat von Tettnang war, wuchs an den Dienstorten seines Vaters, Hohenheim, Heidenheim/Brenz und Stuttgart auf, wo er seine schluische Bildung am Gymnasium abschloss. 1922 nahm S. in Tübingen das Jurastudium auf, das ihn auch nach Berlin führte. Wie sein Vater trat er in Tübingen der Burschenschaft Germania bei. 1926 bestand er die I., 1929 die II. Höhere Justizdienstprüfung, am 1.7.1929 erfolgte sein Eintritt in die württ. Innenverwaltung, zunächst als Regierungsassessor beim OA Kirchheim/Teck, wo er auch nach Ernennung zum planmäßigen Regierungsrat beim OA Göppingen verblieb bis zum am 1.12.1932 erfolgten Dienstantritt beim OA Göppingen. Vom 20.2. bis 13.8.1933 war S. überwiegend als Verweser der Dienstgeschäfte des Landrats (nach Wechsel von Landrat Walter Mosthaf ins württ. Wirtschaftsministerium) beim OA Kirchheim/Teck verwendet. S. trat 1933 der NSDAP bei. Nachdem S. Oberamtsverweser bei den OÄ Öhringen und Künzelsau gewesen war, kam er am 1.9.1933 als Hilfsberichterstatter im Geschäftsteil III (Polizeisachen) ins Innenministerium nach Stuttgart, wo er 1935 zum Regierungsrat befördert wurde..

Am 30.3.1936 übernahm er die kommissarische Leitung der Polizeidirektion Friedrichshafen sowie der Außenhauptstelle des Württ. Politischen Landespolizeiamts. Am 17.10.1936 erfolgte S.s Beauftragung mit der Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Landrats von Tettnang, am 20.12.1938 wurde er offiziell (als Nachfolger des vorzeitig zurruhegesetzten Landrats Paul Hofmeister, 1875-1957) zum Landrat des Kreises Tettnang ernannt. Wohl auf Grund von S.s Widerstand gegen die Euthanasie-Maßnahmen des NS-Regimes verlor S. 1943 seinen „uk-Status“ und wurde zum Wehrdienst einberufen. Er kam zur Flugabwehr nach Berlin, während beim LRA Tettnang Ministerialrat Gustav Drautz die kommissarische Leitung übernahm.

1945 erfolgte auf Weisung der US-Militärregierung die Entlassung S.s als Landrat, die Franzosen nahmen ihn in Internierungshaft, die S. in Balingen und Ravensburg verbrachte. 1947 wurde S. nach einer Bekanntmachung des Staatskommissariats für die politische Säuberung auf Grund seiner NSDAP-Mitgliedschaft nochmals als Beamter entlassen. Als S. 1948 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, eröffnete sich ihm als stv. Leiter der Polizeiabteilung im Innenministerium des Landes Württemberg-Hohenzollern eine neue Perspektive, nachdem seine Entnazifizierung mit einem günstigeren Ergebnis abgeschlossen worden war. Von 1952-1961 war S. Oberregierungsrat im Innenministerium Baden-Württemberg (Geschäftsteil III: Polizeisachen), von 1961-1968 stv. Leiter (zuletzt Oberregierungsdirektor) des Landesvermessungsamtes Baden-Württemberg in Stuttgart. 1968 trat er in den Ruhestand.

L            

Philipp, Germania, 149, Nr. 1921 (in der Neuauflage 2008 ohne Seitenzahl, Nr. 1921) – Amtsvorsteher, 537 f. (Michael Ruck; mit detaillierten Quellenangaben) – Friedrich Wilhelm, Die württ. Polizei im Dritten Reich, phil. Diss., Universität Stuttgart, 1989, 115, 273 – Burmeister, Geschichte der Stadt Tettnang, 274, 343, 379, Anm.1472.

 

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