Frank von Fürstenwerth, Adolf Wilhelm Gustav Freiherr

* Hechingen 16.4.1833

† Sigmaringen 5.12.1893

kath.

S. d. Gustav Franz Albert von F.[1], * Hechingen 21.10.1794, † ebd. 19.6.1867, Geh. Rat, Hofrat, letzter Regierungspräsident des Fürstentums Hohenzollern-Hechingen.

Mehrere G, darunter Wilhelm Freiherr F.[2], * Hechingen 6.8.1825, † ebd. 14.3.1909, 1854-1868 Oberamtmann von Hechingen, zuletzt Wirkl. Geh. Oberregierungsrat in Berlin.

∞ Eugenie Werner, T. d. Rentiers G. Werner in Hechingen.



[1] Ih 1, 237.

[2] Amtsvorsteher, 257 (Andreas Zekorn; Bild).

Der Hohenzoller F., der seine Laufbahn als Regierungspräsident von Hohenzollern beendete, entstammte einer im Jahre 1806 von Fürst Hermann von Hohenzollern-Hechingen in den Adels- und Freiherrenstand erhobenen Beamtenfamilie, deren Verbindung zu Hohenzollern durch F.s Urgroßvater Johann Daniel Marianus →Frank begründet worden war.

F. wuchs in Hechingen auf, besuchte dort die Schule und studierte anschließend ab 1852 Jura u. a. in Tübingen (Mitglied des Corps Suevia). Nach Studienende und der Ableistung des Militärdienstes sowie dem bestehen der Auskultatorprüfung begann F. 1856 seine Beamtenlaufbahn als Auskultator. Nach 1858 Appellationsgerichts- u. Regierungsreferendar an verschiedenen Orten, konnte sich F. nach Bestehen der II. Staatsprüfung um eine feste Stelle bewerben und war von 1862-1863 zunächst Regierungsassessor bei der Regierung in Frankfurt/Oder, von 1863-1864 bei der Preuß. Bundestagsgesandtschaft in Frankfurt/Main, später bei den Regierungen in Bromberg und in Stettin.

Im Mai 1868 zum kommissarischen Oberamtmann von Hechingen, 1869 zum wirklichen Oberamtmann ebd. ernannt, übernahm er in diesem Amt die Nachfolge seines älteren Bruders Wilhelm, der nach Magdeburg versetzt worden war. Während seiner Amtszeit in Hechingen vertrat F. 1869 Hohenzollern als Abg. im Preuß. Abgeordnetenhaus. Als F. Anfang 1877 als Regierungsrat zur Regierung in Breslau versetzt wurde, übernahm der bisherige Regierungsassessor in Hildesheim Wilhelm von Natzmer F.s Nachfolge in Hechingen. F.s Laufbahn verlief weiterhin steil nach oben: Im Jan. 1878 zum Präsidialrat (Oberpräsident) beim Oberpräsidium der preuß. Provinz Schleswig-Holstein in Kiel ernannt, wechselte F. im Jan. 1881 als Oberregierungsrat und Dirigent der Abteilung des Innern zur Regierung Schleswig, am 22.4.1887 schließlich erfolgte die Ernennung zum Regierungspräsidenten von Hohenzollern. In diesem Amt verblieb F. sechs Jahre lang bis zu seinem Tod im Alter von 60 Jahren. 1893 unterlag F. als konservativer Reichstagskandidat im WK Hohenzollern gegen den Kandidaten der Zentrumspartei, Pfarrer Lambert Bumiller in Ostrach. – Preuß. Roter Adler-Orden IV. Kl.; Ritterkreuz des Württ. Kronordens.

 

L

Ih 1, 237 – Suevia Tübingen 3, 127 f. – Amtsvorsteher, 256 f. (Andreas Zekorn)  – Andreas Zekorn, Oberamtmänner und Landräte im Gebiet des heutigen Zollernalbkreises 1806-1992, in: Zollernalb-Profile. 20 Jahre Zollernalbkreis – ein Geburtstag (Jahrbuch des Kreises 3, hg. vom Zollernalbkreis), Balingen 1993, 27-69, hier 51 f. (Bild) – Preußen in Hohenzollern, 114 (Bild) – Jahns, Reichskammergericht II,2, 1068.

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