Bailer, Nonus (von)

* Ulm/Donau 13.3.1820

† ebd. 29. Sept. 1892

kath.

Vater       Bailer, Polizeisoldat.

Mehrere G.

∞ Marie Mack[1], † Stuttgart 5.10.1903.

Mehrere K, darunter Julius (von) Bailer[2], Dr.-Ing. h.c., * Stuttgart 8.2.1853, † Wilmersdorf 12.5.1918, Generalmajor z. D.

 



[1] Staatsanz. Nr. 231, 6.10.1903, 1629.

[2] WN 1918/19, 35 ff. (Karl von Muff).

Glaubens der württ. Innenverwaltung im 19. Jahrhundert. Obwohl an zahlreichen verschiedenen Orten des Königreichs, vor allem aber in Oberschwaben eingesetzt, hielt der gebürtige Ulmer stets den Kontakt zur Heimat, in der er auch seinen Ruhestand verlebte.

Aufgewachsen in Ulm, wo er auch die Schule besuchte, schlug B. die Schreiberlaufbahn ein und erwarb sich in den Jahren von 1834 bis 1837 praktische Erfahrungen in der Kanzlei des OA Wiblingen, wo Oberamtmann Franz Wilhelm Gaul sein Dienst- und Lehrherr war. Nach dem Abschluss der Ausbildung fand B. als Gehilfe bei Gaul eine Anstellung. Von 1839 bis 1841 studierte B. in Tübingen Regiminalwissenschaften und bestand 1842 die I., 1845 die II. höhere Verwaltungsdienstprüfung. Die Zeit zwischen den Prüfungen brachte B. wiederum beim OA Wiblingen zu, das mittlerweile von Johann Michael Lindenmayer geleitet wurde, und wo er als Revisionsassistent weitere praktische Erfahrungen sammeln konnte. Als solcher war B. während seines Referendariats auch bei den OÄ Ulm, Besigheim und Cannstatt eingesetzt.

1845 erhielt er seine erste feste Stellung als Oberamtsaktuar beim OA Cannstatt, wechselte jedoch noch im gleichen Jahr als Stadtdirektions- und Aktuariatsverweser nach Stuttgart, wo er auch als Kassier der Residenzstadt-Polizei tätig war. 1846 war er zeitweise als Kanzleihilfsarbeiter bei der Regierung des Schwarzwaldkreises in Reutlingen und als Verweser des Polizeikommissariats Stuttgart eingesetzt. Ende des Jahres 1846 ging er als Oberamtsaktuar zum OA Heidenheim/Brenz, 1849 als provisorischer Kanzleiassistent im Kriegsministerium zurück nach Stuttgart. 1850 wurde B. als Kollegialhilfsarbeiter dem ebenfalls in Stuttgart ansässigen Kath. Kirchenrat zugeteilt, ehe er 1853 die Möglichkeit erhielt, das lange Zeit Erstrebte auch zu erreichen: die Leitung eines Oberamts. Beim OA Riedlingen trat er als Oberamtmann die Nachfolge von August Vogel an und blieb dort vier Jahre im Amt, bevor er 1857 zum OA Wangen/Allgäu wechselte. 1870 wurde B. zum Oberamtmann beim OA Ehingen/Donau und 1882 zum Oberamtmann beim OA Biberach/Riß ernannt. 1880 erhielt B. den Titel eines Regierungsrats verliehen, 1890 trat er im Alter von 70 Jahren in den Ruhestand. – 1874 Ritterkreuz I. Kl. des Friedrichsordens; 1887 Ritterkreuz des Württ. Kronordens.

Q            

HStAS, E 146/I Bü 2771 – ebd., E 150 Bü 1528 – ebd.,  E 151/01 Bü 1131.

W           

Die Landstandschaft der Oberamtsbezirke und der sieben berechtigten Städte Württembergs, Biberach 41882.

L            

Rudolf, KB, 599 – Württ. Jahrbücher 1892, V – Amtsvorsteher, 162 (Sylvia Eith-Lohmann/Kurt Diemer).

 

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