Laur, Wilhelm Friedrich

* Lennep (Bergisches Land) 31.3.1858

† Tübingen 7.2.1934, bestattet in Sigmaringen 10.2.1934

kath.

S. d. Wilhelm L., * Sigmaringen 24.3.1820, † ebd. 1.7.1901, Regierungs- und Geh. Baurat, u. d. Marie Horn, * Rottenburg 22.4.1827, † Sigmaringen 18.11.1890.

3 G.

∞ Ostrach 1903 Maria geb. Laur.

1 K.

Als Architekt und Landeskonservator hat sich L. tief in die Geschichte Oberschwabens und der Hohenzollernschen Lande eingeschrieben.

Aus einer in Hohenzollern fest eingewurzelten Baumeisterfamilie stammend, kam der mit einem steifen Bein behaftete L. 1872 mit den Eltern nach Sigmaringen, wo er das Gymnasium besuchte und in Stuttgart abschloss. Dem Abitur folgte das Studium der Architektur an der TH Stuttgart (Mitglied des Korps Teutonia), an der TH Wien sowie an der Wiener Akademie der Bildenden Künste (dort Schüler des Dombaumeisters Schmidt), danach war L. von 1883-1885 u. a. an der Münsterbauhütte in Freiburg im Breisgau tätig. Architekt BDA und WB, arbeitete L. 1886 als Privatarchitekt in Sigmaringen und führte 1887 seine erste Kirchenrestaurierung (in Veringendorf) durch. L. hatte von 1894-1908 ein Büro in Hechingen, seitdem in Friedrichshafen. Er erbaute u. a. die Kirchen in Langenenslingen (1890), Lautlingen, Stetten bei Haigerloch, Kapellen in Hochberg, Neckarhausen, das Karl-Olga-Krankenhaus in Friedrichshafen, das Krankenhaus in Achberg, das Schulhaus in Ostrach, das Gebäude der Handwerkskammer in Sigmaringen, das Pfarrhaus in Langenenslingen, die israelitische Friedhofshalle in Hechingen, das Landhaus Longard in Sigmaringen, das Kriegerdenkmal in Ostrach und  bearbeitete mit Archivrat Dr. Zingeler ab 1888 die Aufnahme der Hohenzollernschen Bau- und Kunstdenkmale. L. publizierte u. a. über die Kunstdenkmäler der Stadt Hechingen. Von 1896-1934 war er vom Hohenzollernschen Kommunallandtag bestellter Landeskonservator von Hohenzollern und wurde für sein Wirken 1916 mit dem Professorentitel geehrt. L. schuf die Landessammlung von Hohenzollern, in der Exponate aus der gotischen Epoche, der Renaissance, des Barock mit Malerei und Graphik sowie einer großen volkskundlichen Abteilung vereinigt sind und die nach der Auflösung des Hohenzollerischen Landeskommunalverbands 1972 in die Obhut der Stadt Hechingen überging. L. war Initiator des Hohenzollernmuseums auf der Burg Hohenzollern.

Q            

StAS, Dep. 1 T 6-7 (Nachlass Keller) Nr. 221 (Akten No. 194 Landeskonservator Professor W. Fr. Laur, Architekt, 1858-1934).

L            

Ih 3, 528 – Bernhardt/Seigel, 552 f., Nrn. 9011-9016 – Rudolf, KB, 679  – Landeskonservator Prof. Laur †, in: VERBO Hohenzollerische Volkszeitung Nr. 34, 9.2.1934 – ebd. Nr. 35, 10.2.1934 (Todesanz. des Regierungspräsidenten Dr. Simons) – Professors Laur´s letzte Fahrt, ebd. Nr. 86, 12.2.1934 – WB I (2007), 155-157 (Franz-Severin Gäßler; mit weiteren Quellen- und Literaturangaben).

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