Eggmann, Karl Alexander Ferdinand

* Wurzach 30.7.1827

† Bergatreute/OA Waldsee 4.12.1913

kath.

S. d. Josef Fidel E.[1], * Wurzach 19.5.1799, † Leutkirch 20.3.1879, Oberamtspfleger und Gräflich Schaesberg-Tannheimischer Rentbeamter in Leutkirch, 1845-1849 MdL (II. Kammer, Bezirk Leutkirch), u. d. Maria Anna Lang, * 1805, † 1831.

2 G, 2 HalbG aus 2. Ehe des V.

 



[1] Raberg, Biogr. Handbuch, 164.

. war einer der langjährigen und prägenden kath. geistlichen Parlamentarier Württembergs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Von 1845-1849 studierte E. Philosophie und kath. Theologie in Tübingen. Am 10.8.1850 empfing er die Priesterweihe in Rottenburg/Neckar. 1851 Professor an der kath. Kantonsschule in St. Gallen. 1855 Kuratieverweser in der neuerrichteten kath. Pfarrgemeinde Crailsheim. 1859 Kaplan zum heiligen Berg in Wurzach, daneben zeitweilig Instituts-Katechet und Stadtpfarrverweser in Wurzach. 1866 Pfarrer in Frittlingen/OA Spaichingen, seit 1870 zugleich Schulinspektor für Spiachingen. 1880 Stadtpfarrer in Riedlingen. 1884 Pfarrer in Bergatreute/OA Waldsee, zugleich Bezirksschulinspektor für den Bezirk Waldsee. 1897 Dekan, 1906 Rang auf der VI. Stufe. 1907 trat er mit dem Titel Oberkirchenrat in den Ruhestand. 

Von 1877 bis 1901 gehörte E. als Abg. des WK Leutkirch der II. Kammer des Württ. Landtags an, zunächst als Mitglied der Landespartei, nach 1895 als Mitglied der Zentrumspartei. Durchgehend war E. Mitglied der Legitimationskommission, daneben u. a. auch der Volkswirtschaftlichen und der Volksschulkommission. Im Vorfeld der Landtagswahlen des Jahres 1900 kandidierte der Privatier und frühere Bierbrauer Nikolaus →Braunger in der Vertrauensmännerversammlung gegen den 73 Jahre alten E. und erhielt in geheimer Abstimmung die meisten Stimmen (71 zu 57), so dass Braunger offizieller Landtagskandidat der Zentrumspartei für Leutkirch wurde. E. war dennoch nicht bereit, seinerseits auf eine Kandidatur zu verzichten, und wurde von gut besuchten Wahlveranstaltungen in Roßberg und Wurzach als „inoffizieller“ Kandidat aufgestellt. Der Personalstreit zerriss die Leutkircher Parteiorganisation beinahe. – 1887 Ehrenbürger von Leutkirch; 1900 Ehrenbürger von Wurzach; 1900 Ritterkreuz I. Kl. des Friedrichsordens.

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Schriftl. Mitteilung der Kath. Stadtpfarrstelle St. Verena (Wurzach) vom 6.12.1998.

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Rudolf, KB, 624 – Neher 1878, 551 – Riecke, Verfassung und Landstände, 1879, 64 – Allgaier, Stände, 33 – Hartmann, Regierung und Stände, 75 – Unsere Neue Kammer, 49 ff. – Härtsfelder Bote Nr. 198, 24.8.1900, 2 – Personalkatalog 41909, 27 – Schwäb. Kronik Nr. 567, 4.12.1913, 6 – Staatsanz. Nrn. 285 und Nr. 287/1913 – Württ. Jahrbücher 1913, V – WN 1913, 179 – Blackbourn, Class, 101, 116 f., 244 – Raberg, Biogr. Handbuch, 163 f.

 

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