Holzhey (auch: Holzhay), Johann Nepomuk

 * Rappen 26.2.1741
† Ottobeuren 18.9.1809

kath.

∞ Zettler, T. d. Joseph Zettler, Orgelbauer in Ottobeuren.

Der neben Carl Joseph Riepp (1710-1771) und Joseph →Gabler zu den bedeutendsten Orgelbauern seiner Zeit zählende H. war Ende des 18. Jahrhunderts der „in Schwaben berühmteste Orgelmacher“. Sein Handwerk erlernte er bei seinem Onkel Alexander H., um danach die praktische Ausbildung als Geselle bei Riepp fortzusetzen, der in dieser Zeit u. a. die Chororgeln von Ottobeuren schuf. Er studierte bei Riepp vor allem die Elemente des französischen Orgelbaus, die er später in die von ihm gebauten Orgeln integrierte. H. übernahm 1766 im Alter von 25 Jahren die Werkstatt seines Schwiegervaters in Ottobeuren.

H. schaffte bei seinen Orgeln – abgesehen von einigen Frühwerken – das Rückpositiv, ein sich hinter dem Organisten befindendes Werk, ganz ab und vollzog damit im Orgelbau den Übergang vom Spätbarock zum Klassizismus französischer Prägung. Ein gutes Beispiel dafür ist die Hauptorgel in der Stiftskirche St. Peter und Paul in Obermarchtal (1782-1784), die als eines der wichtigsten Werke H.s gilt. Es war sein erstes Großinstrument mit 41 Registern, verteilt auf drei Manuale und Pedal. Weitere wichtige Arbeiten H.s sind die Hauptorgeln in der Klosterkirche St. Peter und Paul in Weißenau (1787), in der Klosterkirche St. Verena und Mariä Himmelfahrt in Rot an der Rot (1789-1793) und die Große Westorgel in der Klosterkirche St. Ulrich und Afra auf dem Ulrichsberg in Neresheim. 

Im Zuge der Säkularisation engten sich die Arbeitsmöglichkeiten H.s bald ein. Zuletzt musste er den Lebensunterhalt als Reparaturtischler verdienen.

Zur 200. Wiederkehr seines Todesjahres fanden an zahlreichen Orten seines Schaffens, so in Ottobeuren, Obermarchtal, Rot an der Rot und Neresheim, Konzerte, Ausstellungen, Führungen und Vorträge statt.

L             

Ulrich Höflacher, Johann Nepomuk Holzhey. Ein oberschwäbischer Orgelbauer, in: Veröffentlichungen der Geselschaft der Orgelfreunde 121, Ravensburg 1987 – Alfred Reichling (Hg.), Acta organologica. Im Auftrag der Gesellschaft der Orgelfreunde e. V., Band 24, Kassel 1994 – Wolfgang Manecke/Johannes Mayr, Historische Orgeln in Oberschwaben. Der Landkreis Biberach, Regensburg 1995 – Christine King, Fleißig bis zum bitteren Ende: Vor 200 Jahren starb der Orgelbauer Johann Nepomuk Holzhey, in: Schwäb. Zeitung Nr.32, 9.2.2009 (Kulturseite) – Frank Raberg, Ein berühmter Orgelbauer: Johann Nepomuk Holzhey (1741 bis 1809), in: Momente. Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg 2/2009, 34 (Bild) – Wikipedia.

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